Die Zahl derer, die sich mit den Grundüberzeugungen christlichen Glaubens intensiv auseinandergesetzt haben, scheint in der Gesamtgesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten geschwunden zu sein. Es handelt sich dabei aber auch um eine Herausforderung für die Kirchen, ihre Gemeinden und andere Gruppierungen selbst. Interessant ist es vor diesem Hintergrund, dass nach katholischen Versuchen, die christlichen Essentials kurz und knapp zusammenzustellen, jetzt auch auf evangelischer Seite die Gattung „Katechismus“ wieder einmal neu belebt wurde.

In 180 Fragen und Antworten mit ein, zwei oder höchstens drei Sätzen wird in einem kleinen Büchlein versucht, die Essenz des christlichen Glaubens auf den Punkt zu bringen. Es wird von dem evangelischen Theologen Wilfried Härle verantwortet, wurde aber in einem jahrelangen Prozess mit vielerlei Rückmeldungen erarbeitet.

Die Grenzen eines solchen Unterfangens liegen natürlich schon auf einer sprachlichen Ebene, wenn nicht überall differenziert werden kann (und schon einmal recht unvermittelt von der „Allmacht“ Gottes gesprochen wird). Insgesamt aber ist das Bändchen ein anregender Versuch, der kurz und knapp auch die ökumenischen Differenzen anspricht und naturgemäß das Thema Kirche nur streift.

Gleichzeitig macht er aber auch deutlich, dass auch ein dezidiert „evangelischer“ Katechismus in der Tradition der Theologie der Reformatoren, das Vorwort stammt vom Vorsitzenden der Union Evangelischer Kirchen, Christian Schad, den Kern dessen trifft, was katholische Christen sich zu eigen machen sollten.

Wilfried Härle: Worauf es ankommt. Ein Katechismus.Evangelische Verlagsanstalt,Leipzig 2018.112 S. 8,00 € (D).