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Neutestamentliche Motivationen : Einheit als Ziel der Ökumene?

Man braucht aus katholischer Sicht 500 Jahre Reformation nicht zu bejubeln, um 2017 als eine gute Gelegenheit zu begrüßen: einerseits für eine Gewissenserforschung, für ein Schuldbekenntnis und für gute Vorsätze, andererseits für die Anerkennung der Lebensleistung, die in den evangelischen Kirchen erbracht wird. Wie aber kann neuer Schwung in die ökumenischen Beziehungen kommen?

Ut unum sint – Dass alle eins seien“ ist die große Ökumene-Enzyklika Johannes ­­­ Pauls II. aus dem Jahr 1995 betitelt. Der Papst zitiert das hohepriesterliche Gebet, das in der katholischen Liturgie zum Gründonnerstag gehört. Jesus spricht nach Joh 17 von seiner Einheit mit Gott, dem V

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Quelle: Herder Korrespondenz 70. Jahrgang (2016), Heft Spezial 2, S. 25-28

Rubrik: Theologie aktuell

1 Kommentar

Von am

Alle Welt redet in diesem Jahr besonders laut von Ökumene. Wirklich alle Welt? Auf jeden Fall in diesem Jahr besonders laut im Hinblick auf unsere evangelischen Brüder und Schwestern.

Natürlich ist die Botschaft, den Tisch des Wortes Gottes reicher zu decken längst auch in der katholischen Kirche angekommen (SC 51), damit ist dann auch das Wort Gottes gemeint und nicht das eines sicher ausgewiesenen Experten für neutestamentliche Exegese.

In Apg 2, 42 ist davon die Rede, die Urgemeinde habe festgehalten an der Lehre der Apostel, (nicht der gemeinsamen), der Gemeinschaft, (nicht dem gemeinsamen Leben), dem (nicht ausschließlich gemeinsamen) Brechen des Brotes und des (wiederum nicht zwingend gemeinsam verrichteten) Gebetes.

Von diesem Misszitat abgesehen, teile ich die Verwunderung des Autors, dass trotz der fehlenden Betonung einer Gemeinsamkeit nicht alles auseinanderlief. Den Fokus einmal nur auf die Evangelien gerichtet, enthüllt sich überhaupt nur eine Situation, in der die Apostel einig waren: Da verließen ihn alle und flohen. (Mk 14:50) Oh weh!

In meinen Augen Luthers größter, weil am inkonsequentesten von ihm selbst verfolgter Irrtum ist das Sola-Scriptura-Prinzip. Die Schriften des Kanons zeigen schon selbst eine Entwicklung. Denken wir an die Unzuchtsklausel, die Matthäus den aus Markus überlieferten Worten des Ehescheidungsverbotes einfügt. Denken wir an die vom Autor selbst geschilderten Gedankenräume der paulinischen und deuteropaulinischen Briefe: In Korinth noch ein Bild für die Ortsgemeinde mutiert der Leib Christi in Epheser zum Globalunternehmen.

Wie sollte nicht dieses Werk des schrittweisen Erkenntnisgewinns fortgesetzt worden sein in diesem Leib, der Kirche, unter der Hilfe des Beistandes, den ER gesandt hat, damit er uns an alles erinnere, was ER gesagt hat und uns das weitere erkläre?

Zum Schluss etwas ganz allgemeines. Ich bitte, das Wortpaar Vielfalt - Unordnung zu überdenken. Wird nicht etwa manchmal von jenem gesprochen, obwohl dieses gemeint ist?
Und - Ökumene wird nicht funktionieren, wo sie zur Aufgabe eines Glaubensgutes auffordert. Nicht einmal, wo die Aufgabe angeboten wird, wie derzeit bei der Filioque-Diskussion mit den orthodoxen Brüdern und Schwestern. Allenfalls ein Austausch oder ein Hinzunehmen wird angenommen werden. Beispiele: Ob gesäuertes oder ungesäuertes Brot als Hostie; (Wieder-)Anerkennung verworfener Sakramente etc.

(Dies gilt im übrigen auch innerkonfessionell: Die Ideologisierung der Positionen der Tridentiner versus der Liturgiereformer würde vermieden.)

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