Menu Suchen

Was bedeutet das Gedenken an das Martyrium Oscar Arnulfo Romeros heute? : Realismus und klare Optionen

Der 1980 ermordete Erzbischof Oscar Romero steht für den in Europa mit großer Anteilnahme verfolgten Erneuerungsprozess der katholischen Kirche Lateinamerikas, in dem diese sich auf die „Option für die Armen“ verpflichtete. Was die Erinnerung an den mutigen Kirchenmann zwanzig Jahre nach seinem gewaltsamen Tod bedeuten kann, fragt Gerhard Kruip, habilitierter Sozialethiker und ab 1. Juni Leitender Direktor des kirchlichen „Forschungsinstituts für Philosophie“, Hannover.

Am 24. März 2000 jährte sich zum 20. Mal die Ermordung von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero (1917–1980), der inzwischen zum Symbol einer befreiungstheologisch ausgerichteten Kirche geworden ist und als „Heiliger Romero von Amerika“ (Bischof Pedro Casaldáliga) nicht nur in Lateinamerika, sondern auf der ganzen Welt verehrt wird. Seine Ermordung bewegt die Menschen besonders, weil sie mitten in der Feier der Eucharistie geschah, und weil sich in seinem Weg und seinem Zeugnis wie in einem Brennglas die Entwicklung und das Leid lateinamerikanischer Christen zeigt, die ihren Glauben in einer konsequenten Praxis des Kampfes um mehr Gerechtigkeit zu verkörpern suchen. Hunderte von Solidaritätsgruppen und eine Vielzahl von Jugendzentren, Tagungshäusern und sozialen Einrichtungen der Kirche tragen seinen Namen. Zusammen mit den Statuen von weiteren neun „Märtyrern des 20. Jahrhunderts“ schmückt sein Bild seit 1998 das Portal der Westminster Abbey in London.

Dass sich in Romeros Heimatland El Salvador seit dem Ende des Bürgerkrieges manches verändert hat, zeigt sich nicht nur darin, dass die frühere Guerillaorganisation FMLN seit den Wahlen vom 12. März 2000 als demokratische Partei in der Nationalversammlung die Mehrheit hat und den Bürgermeister der Landeshauptstadt San Salvador stellt, sondern wurde auch beim diesjährigen Gedenken an Erzbischof Romero offensichtlich: War er bislang von der Öffentlichkeit weitgehend totgeschwiegen worden, so wurde nun eine Straße nach ihm benannt und ein Denkmal enthüllt. Der bekannte Film „Romero“ von John Duigan (USA, 1989) wurde erstmals im salvadorenischen Fernsehen gezeigt, über 50 000 Menschen demonstrierten für Frieden, soziale Gerechtigkeit und die Einhaltung der Menschenrechte, die größte Demonstration seit dem Friedensschluss. Die Nationalversammlung verabschiedete mit 73 von 84 Stimmen, also auch mit den Stimmen eines großen Teils der Arena-Partei, deren inzwischen verstorbener Gründer Roberto D’Aubuisson aller Wahrscheinlichkeit nach den Mord in Auftrag gegeben hat, eine Erklärung, in der Romero als ein „Hirte“ gefeiert wird, „der für Gerechtigkeit, Freiheit, Demokratie und Frieden“ kämpfte.

Das Volk hat Romero längst heilig gesprochen

Freilich zeigten Artikel in der einflussreichen rechtsgerichteten Tageszeitung El Diario de Hoy, dass die ideologischen Verblendungen und unhaltbaren Vorurteile, die Romero als „Kommunisten“ und Volksverhetzer abstempelten, auch heute noch nicht der Vergangenheit angehören. Auch ist trotz der Ergebnisse einer Wahrheitskommission und trotz des Drängens der Interamerikanischen Menschenrechtskommission der Mord immer noch nicht gerichtlich untersucht. Viele Bischöfe aus der ganzen Welt, unter ihnen Bischof Pedro Casaldáliga aus Brasilien und Samuel Ruiz aus Mexiko sowie Kardinal Roger Michael Mahony, Erzbischof von Los Angeles, waren nach El Salvador gereist, um Romeros zu gedenken, und sogar sein Nach-Nachfolger, der umstrittene heutige Erzbischof von San Salvador, Fernando Sáenz Lacalle, dessen Ernennung 1995 als „Kurskorrektur“ der befreiungstheologisch ausgerichteten pastoralen Arbeit der Diözese angesehen wurde, fand Worte, die Romero als ein „Vorbild für alle Christen und die ganze Welt“ positiv würdigten. Spätestens nachdem Johannes Paul II. 1983 bei seinem ersten Besuch in El Salvador entgegen den Planungen des Protokolls am Grab Romeros gebetet hatte, gilt offene Kritik an dessen Handeln auch innerkirchlich als wenig opportun, was nicht bedeutet, dass die innerkirchlichen Gegner von damals – und solche gab es durchaus – heute zu Anhängern geworden wären. Immerhin ist zu vermuten, dass die von Optimisten schon für das Jahr 2000 erhoffte Seligsprechung Romeros sich verzögert, weil es auch innerhalb der kirchlichen Hierarchie noch zu viele Widerstände dagegen gibt. Außerdem dürfte eine Rolle spielen, dass Romero nicht Opfer eines „gottlosen“ Regimes von Nazis oder Kommunisten geworden ist, sondern Opfer der Machtelite eines traditionell katholischen Landes.

Besonders eindrücklich ist die Verehrung, die ihm aus dem einfachen lateinamerikanischen Volk, besonders von den Armen in El Salvador entgegen gebracht wird. Wie sich herausstellt, hatte Romero Recht, als er in Vorahnung seines Todes äußerte, er werde im Volk von El Salvador auferstehen, wenn er umgebracht würde. Dieses Volk, dem er sich zutiefst verbunden und gerade als Bischof verpflichtet fühlte, hat ihn längst heilig gesprochen. Das Gedenken seines Todes wird dabei konsequenterweise in enger Verbindung mit der Erinnerung an den Tod vieler anderer Opfer der Repression und des Staatsterrorismus gebracht, vieler Priester und engagierter Frauen und Männer, die gar nicht oder wenig bekannt sind. Romero hat selbst betont: „Es wäre traurig, wenn es in einem Land, in dem so fürchterlich gemordet wird, nicht auch Opfer unter den Priestern gäbe. Sie sind das Zeugnis einer Kirche, die sich die Probleme des Volkes zu eigen macht.“ Zu diesen Opfern gehört der schon am 12. März 1977 zusammen mit zwei Begleitern ermordete Jesuit Rutilio Grande, ein enger Freund Bischof Romeros, dessen Tod sicherlich mit dazu beigetragen hat, dass Romero mit größerer Entschiedenheit und Klarheit seinen Weg der Option für die Armen und Unterdrückten gegangen ist. Zu diesen Opfern gehören jedoch auch die in der Zentralamerikanischen Universität „José Simeón Cañas“ ermordeten Jesuiten, die mit ihrer Haushälterin und deren Tochter zu Opfern eines nach wie vor ungesühnten Verbrechens wurden. Der zehnte Jahrestag ihrer Ermordung wurde im November 1999 feierlich begangen.

Auch in Deutschland wurde bei einer großen Zahl von Veranstaltungen Romeros gedacht. Die Christliche Initiative Romero e. V. in Münster, das Bischöfliche Hilfswerk Misereor und die Katholische Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim/Ruhr luden unter dem Titel „Mythos Romero?“ zu einem Symposion ein, auf dem der Frage nachgegangen wurde, was Romero für uns heute bedeutet. Mit Blick auf die Option für die Armen, die heute vielleicht neu und anders formuliert werden müsse, forderten die Veranstalter, „gegen den ,Mythos Romero‘, der unbeweglich an dem festhält, was Erzbischof Romero damals sagte und tat, [...] seiner Methode [zu] folgen: Die jeweilige Wirklichkeit zu analysieren und kreativ auf sie zu reagieren.“ Dies führte zu einer Kontroverse: Michael Ramminger und Ludger Weckel warfen den Veranstaltern in der Zeitschrift „ila“ vor, Romero handhabbar zu machen, die Herausforderungen des Gedenkens an ihn zu glätten und einem neuen Pragmatismus auf den Leim zu gehen. Solidaritätspolitik werde so auf einen „Einsatz für ein bisschen mehr Gerechtigkeit“ reduziert und kröne damit „den nun wirklich schlechten Mythos vom Ende der Geschichte“. Anders als in der Folge der 68er Protestbewegungen, denen es um schöpferische Diskussionen über Zukunftsentwürfe und Lebenssinn gegangen sei, werde im heute vorherrschenden Politikstil „die biografische, private Projektion von Lebenssinn aus dem politischen, öffentlichen Diskurs und aus der Reflexion“ herausgenommen.

Was bedeutet heute die „Option für die Armen“?

Auch wenn ich diese Kritik nicht teile, so halte ich dennoch den Hinweis auf die Biografie für wichtig, denn er macht die Heftigkeit mancher Auseinandersetzungen um diese Frage verständlich: Die Diskussionen während der genannten Tagung zeigten, dass die Erinnerung an Romero für viele in der Solidaritätsarbeit engagierte Menschen ein zentrales Element ihrer Identität ist. Dann ist das Gedenken Romeros zugleich ein Rückblick auf die eigene Lebensgeschichte. Wer sich auf eine solche Selbstreflexion einlässt, wird vielleicht entdecken, dass Romero eine große Zahl eigener Sehnsüchte verkörpert: die Sehnsucht nach existenzieller Entschiedenheit und dem notwendigen Mut zum Handeln, die Sehnsucht, zu wissen, wo man steht und wo man hingehört, die Sehnsucht, ein bedeutungsvolles, relevantes Leben zu führen. Diese Sehnsüchte waren häufig mit dem sicher nicht immer richtigen Eindruck verknüpft, es sei damals in Lateinamerika, unter den Bedingungen von Armut und Repression, in einem gewissen Sinne leichter gewesen, ein konsequenter Christ zu sein. Für viele engagierte Katholiken, die sich trotz aller Kritik mit ihrer Kirche verbunden fühlen, waren und sind gerade auch die lateinamerikanischen Bischöfe, die sich auf die Seite der Armen stellen, eine wichtige Identifikationsbrücke zu ihrer Kirche. An dieser Stelle wird nochmals deutlich, wie sehr die Bedeutung Romeros damit verbunden ist, dass er ein Mann der Kirche war und eine zukunftsweisende Art, Kirche zu sein, repräsentiert.

Aber die Bedeutung Romeros für die Identität engagierter Christen trägt einen Zeitindex, sowohl biografisch, im Leben eines jeden Einzelnen, wie auch historisch im Blick auf die veränderten Kontexte der geschichtlichen Situationen. Gerade wenn man die Anliegen, die mit den Aufbrüchen der sechziger und siebziger Jahre verbunden waren, nicht aufgeben, sondern weitertragen will, muss man sich der Tatsache stellen, dass sich spätestens seit dem Fall der Mauer Einschätzungen und Zukunftsvorstellungen grundlegend geändert haben und teilweise zu einer Neuinterpretation von Erfahrungen und Einsichten zwingen. Diese zu erarbeiten, kann am ehesten dadurch gelingen, dass man dem „Realismus“ Romeros folgt und versucht, die gesellschaftliche Situation im Dialog mit anderen aus möglichst vielen Perspektiven zu betrachten. Damit verbunden waren bei Romero die Bereitschaft, sich von der Not anderer anrühren zu lassen, und der Mut und die Kraft, auch unter Unsicherheit Entscheidungen (Optionen) zu treffen und zu handeln. Die grundlegenden Forderungen, für die Romero kämpfte, sind zweifelsohne auch heute gültig: sein Eintreten gegen Gewalt und für den Frieden, sein Kampf für die Menschenrechte, die Forderungen nach Demokratie und sozialer Gerechtigkeit, seine Glaubenspraxis, die die befreiende Botschaft im Handeln verkörpert, das Ziel einer Kirche auf der Seite des Volkes und am Puls der Zeit. Auch an seinem größten Vermächtnis, der Option für die Armen, ist festzuhalten. Peter Rottländer vom Hilfswerk „Misereor“ hat auf der erwähnten Tagung jedoch darauf hingewiesen, dass neu darüber nachgedacht werden müsse, was denn „Option für die Armen“ heute bedeuten könne.

Von Anfang an war mit dieser Option in Lateinamerika die Forderung verbunden, die Armen müssten selbst Subjekte der Veränderung werden. Das Konzept, von den Selbsthilfepotenzialen der Armen auszugehen und sie zu stärken, ist heute allgemein akzeptiert, nicht aber immer die Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Denn wenn die Armen die von ihnen angestrebten Veränderungen selbst erkämpfen, werden sie ihren eigenen Zielen folgen und weniger den Idealen derjenigen, die sie unterstützen und sich mit ihnen solidarisieren. Es wird einen Prozess der Individualisierung und Pluralisierung auch unter den Armen geben, verbunden mit einer Vielfalt sozialer und politischer Ziele, Organisationsformen und Zukunftsbildern. Unter Umständen kann es Ergebnis eines gelungenen „empowerment“ sein, dass die zu Subjekten ihres Lebens gewordenen Armen sich aus religiösen und politischen Abhängigkeiten emanzipieren und einen ganz anderen Weg einschlagen, als sich ihre Helfer und Unterstützer dies vorgestellt hatten. Dies zu akzeptieren, fällt weder Christen noch „Linken“ leicht, denn beiden fehlt es nach wie vor oft an Pluralitätskompetenz. Nachzudenken ist auch über den Komplex an Zuschreibungen, der mit dem Begriff der „Armen“ verbunden ist. Hier steht trotz aller gegenteiligen Beteuerungen häufig eine Defizitperspektive im Vordergrund, die gerade nicht die Selbsthilfepotenziale aktiviert und es den Betroffenen erschwert, sich selbst mit der Gruppe der „Armen“ oder der „Ausgeschlossenen“ zu identifizieren. Wenn sich aber die Armen in der „Option für die Armen“ gar nicht mehr wiederfinden, wird tatsächlich dieser Begriff massiv in Frage gestellt.

Schließlich kann niemand daran vorbeigehen, dass die Welt komplexer geworden ist: Die Armen selbst bestehen aus unterschiedlichen Gruppen mit teilweise gegensätzlichen Interessen. Frau oder Mann zu sein beziehungsweise unterschiedlichen Kulturen anzugehören, spielt neben der materiellen Ausstattung ebenfalls eine große Rolle. Auch müssen die Interessen von Armen und Reichen nicht immer gegensätzlich sein, wenn Entwicklungspfade denkbar sind, die beiden Vorteile bringen. Marktorientierte ökonomische Maßnahmen können unter bestimmten Bedingungen die Situation der Armen stärker und nachhaltiger verbessern, als man dies in der Tradition befreiungstheologischer Kapitalismus-Kritik vermuten würde. Auch taugen Weltbank und Internationaler Währungsfond längst nicht mehr zu Projektionsflächen eigener Feindbilder, denn sie haben sich inzwischen die Armutsbekämpfung selbst auf die Fahne geschrieben und auch in der Umsetzung ihrer konkreten Politik einiges dazugelernt. So ist heute die „Option für die Armen“ nicht mehr eindeutig mit einer bestimmten politischen Option verknüpft, sondern fordert dazu heraus, in der jeweiligen Situation realistisch und zielorientiert nach effektiven Wegen zu suchen, die die Situation der Armen tatsächlich verbessern.

Unangenehme Wahrheiten nicht unter den Teppich kehren

Die Erinnerung an Romero wird auch weiterhin sperrig bleiben und für Kontroversen sorgen. Das ist gut so. Das Gedenken an ihn entfaltet sein kritisches Potenzial nur dann, wenn er in seiner ganzen Person gesehen wird, zu der unzweifelhaft seine tiefe persönliche Frömmigkeit, seine Kirchentreue und sein Streben gehörten, in der Nachfolge Christi für die ihm anvertrauten Menschen ein „guter Hirte“ zu sein. Sein Handeln war tatsächlich in erster Linie „pastoral“. Aber gerade deshalb war es auch „politisch“ und musste es auch sein. Wer bei anderen das Gedenken des ganzen Romero einklagt, darf selbst nicht hinter diese Forderung zurückfallen und muss die „Gefährlichkeit“ einer Erinnerung an ihn gerade auch für sich selbst sichtbar werden lassen. Romero konnte ein „guter Hirte“ nur sein, weil und indem er öffentlich die Missstände und Ungerechtigkeiten anprangerte und sich gegen die Interessen der herrschenden Elite stellte. Noch am Sonntag vor seiner Ermordung rief er in eindringlichen Worten die Soldaten der Nationalarmee dazu auf, ungerechte Befehle zu verweigern: „Ich bitte euch, ich flehe euch an, ich befehle euch, im Namen Gottes, Schluss mit der Repression!“ Er ist nicht allein deshalb umgebracht worden, weil er ein glaubensstarker und missionarischer Kirchenmann war, sondern weil er als solcher den Konflikt mit den Machthabern im Land riskierte. Der berühmte zweite Teil seiner Predigten, den er mit den Worten „So, und jetzt zu den Ereignissen dieser Woche...“ begann, gehörte genauso zu seiner Verkündigung wie der erste Teil mit Bibelinterpretation und theologischer Entfaltung. Beides gehört so wesentlich zusammen wie die beiden Konzilsdokumente Lumen Gentium und Gaudium et Spes, durch deren Zuordnung aufeinander das Konzil das In-der-Welt-Sein der Kirche zum Prinzip ihres Selbstverständnisses machte und im Selbstbild als „Licht der Völker“ und „Zeichen der Einheit“ ihre Sendung in die Welt und ihren Dienst an der Welt als für sich selbst konstitutiv begriff.

Deshalb ist Romero auch als authentischer Zeuge des Glaubens an den menschenfreundlichen und befreienden Gott Jesu Christi gestorben. Er selbst hat angesichts der vielen ermordeten Katecheten und Katechetinnen, Priester und Ordensleute von einem „Martyrium im modernen Stil“ gesprochen, und es gibt keinen Grund, seinen Tod nicht auch als Martyrium zu verstehen. Deshalb ist es „würdig und recht“, ihn selig zu sprechen und ihn auch kirchenamtlicherseits zur „Ehre der Altäre“ zu erheben. Dabei geht es gar nicht darum, ihn mit einer Ehre zu schmücken, die ihm durch die Frömmigkeit des gläubigen Volkes längst zu Teil wird. Es geht darum, dass die Kirche offiziell anerkennt, dass umgekehrt sein Zeugnis ein großartiges Geschenk für die Kirche ist, für eine Kirche eben, „die sich die Probleme des Volkes zu eigen macht“. Ein solches Geschenk ist freilich glaubwürdig nur zu haben, wenn es mit dem Bekenntnis verbunden sind, dass es Romero mit der römischen Kurie, dem Nuntius und vielen seiner Mitbrüder im Bischofsamt in El Salvador nicht leicht hatte und sehr darunter litt, in ihnen zeitweise nicht Verbündete, sondern Gegner gehabt zu haben. In einer Zeit, in der behutsam und vorsichtig auch seitens des kirchlichen Amtes erste Schritte der Anerkennung historischer Schuld getan werden, dürfen auch solche unangenehmen Wahrheiten nicht unter den Teppich gekehrt werden. „Das Wichtigste“, so der frühere Generalvikar Romeros, Ricardo Urioste, „ist die Umkehr, zu der uns alle und jeden Einzelnen von uns die Erinnerung an Romero führt.“

Quelle: Herder Korrespondenz 54. Jahrgang (2000), Heft 6, S. 301-304

Rubrik: Lateinamerika

0 Kommentare

Wir freuen uns über Ihren Kommentar

* Diese Angaben benötigen wir von Ihnen: Ihre E-Mail-Adresse zeigen wir nicht an.
** Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Name angezeigt wird, wählen Sie bitte zusätzlich einen Anzeigenamen, den wir dann anstelle Ihres Namens veröffentlichen.

Herzlich Willkommen!

Sie nutzen den Internet Explorer in einer veralteten Version. Ihr Browser kann unsere Website leider nicht korrekt darstellen. Bitte aktualisieren Sie auf eine neuere Browser-Version.