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Geschichte der Herder Korrespondenz

Im September 1946

Im September 1946 erschien in Freiburg die erste Nummer einer Zeitschrift, die jetzt seit bald sechzig Jahren kirchliche, religiöse und gesellschaftliche Entwicklungen begleitet und sich dabei weit über den deutschsprachigen Raum hinaus großes Ansehen erworben hat. Die Rede ist von der Herder Korrespondenz, in Insiderkreisen meist kurz und knapp als "HK" tituliert. Die Geschichte dieser Zeitschrift von ihrer Gründung ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute ist ein Stück kirchlicher Zeitgeschichte. Gleichzeitig ist die Herder Korrespondenz aber ein lebendiges und wichtiges Element der heutigen katholischen Medienlandschaft.

Eigentlich sollte die Herder Korrespondenz ja "Orbis Catholicus" heißen. Die Probenummer einer Zeitschrift mit diesem Namen erschien im Verlag Herder im Kriegsjahr 1942, damals gedacht als Ersatz für die von den Nazis verbotenen katholischen Zeitschriften. Als der Verlag nach dem Krieg an diese Vorarbeiten anknüpfen wollte, ließ die französische Besatzungsbehörde den Titel "Orbis Catholicus" aber nicht zu und genehmigte lediglich ein Korrespondenzblatt mit aufbereiteten Informationen für die Kirchenpresse. So kam es zum Titel Herder Korrespondenz für die neue Zeitschrift, der auch heute noch gelegentlich zu Missverständnissen führt, insgesamt aber längst zu einem Markenzeichen geworden ist.

"Orbis Catholicus"

"Orbis Catholicus" hieß die Zeitschrift dann von 1948 bis 1967 im Untertitel, und damit war auch das Programm ausgedrückt, dem sie sich zunächst vor allem verpflichtet fühlte: Es ging darum, nach der Isolierung durch Nationalsozialismus und Krieg den deutschen Katholizismus wieder in das Ganze der Weltkirche zu integrieren, durch umfassende Information über kirchlich-religiöse und politisch-soziale Vorgänge wie durch Dokumentation einschlägiger Texte des Papstes und des Episkopats. Das wichtigste Ereignis der Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts, das Zweite Vatikanische Konzil, konnte die HK dann durch umfangreiche Berichterstattung begleiten.

Das Zweite Vatikanum lieferte auch den Anstoß für die Gründung der "Herder Correspondence", einer englischsprachigen Ausgabe der HK. Diese Zeitschrift lehnte sich an das Konzept der deutschen Ausgabe an, war aber in Inhalt und Tendenz auf die Bedürfnisse des angelsächsischen Raums zugeschnitten. Die "Herder Correspondence" erschien allerdings nur von 1964 bis 1969. Von 1952 bis 1967 gab es auch eine eigene österreichische Ausgabe der HK, die mit der deutschen inhaltsgleich war.

Gründer

Gründer, erster Chefredakteur und langjähriger Herausgeber der Herder Korrespondenz war Karlheinz Schmidthüs. Er gab die Zeitschrift bis zu seinem Tod im Jahre 1972 heraus. Chefredakteure der HK waren von 1960 bis 1965 Franz Greiner und von 1966 bis 1991 David Seeber. Seit 1991 leitet Ulrich Ruh die Redaktion.

In ihren ersten beiden Jahrzehnten war die Herder Korrespondenz fast ausschließlich Informationszeitschrift. Den Anfang eines jeden Heftes machten kürzere oder längere Meldungen aus den verschiedenen Themenbereichen, denen dann längere Berichte zu einzelnen Ländern oder kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen folgten. Dazu kamen sehr viele Texte aus dem kirchlichen Leben als Dokumentation im Wortlaut. Bis 1972 erschienen übrigens alle Artikel der HK ohne Autorennamen.

Information und Kommentar

Seit Mitte bzw. Ende der sechziger Jahre hat sich das Verhältnis von Information und Kommentar verändert, ohne dass damit aus der HK eine Meinungs- statt einer Informationszeitschrift geworden wäre. Am Anfang jedes Heftes steht seit 1966 ein Leitartikel, in dem die Redaktion zu kirchlichen, theologisch-religiösen oder gesellschaftlichen Zeitfragen Stellung bezieht. Er wird durch kleinere redaktionelle Kommentare ergänzt. Fester Bestandteil der Zeitschrift sind seit 1972 auch die Interviews mit Kirchenleuten, Wissenschaftlern oder Politikern, die zum Teil mehr an der jeweiligen Person, zum Teil mehr an einem Sachthema orientiert sind, auf jeden Fall aber Farbe ins Blatt bringen. Das gilt auch für stärker meinungsorientierte Beiträge von Fremdautoren, die regelmäßig abgedruckt werden, um die Diskussion zu diesem oder jenem Thema anzuregen.

Unabhängigkeit

Die HK ist eine unabhängige Zeitschrift ohne Zuschussgeber, sie ist nicht das Organ einer bestimmten kirchlichen Strömung, Gruppe oder Bewegung. Sie ist ganz selbstverständlich eine katholische Zeitschrift, und wird gerade als solche auch über die katholische Kirche hinaus anerkannt. Sie hat das Zweite Vatikanum nicht nur ausführlich und aufmerksam begleitet, sondern ist nach wie vor den großen Weichenstellungen des Konzils im Verständnis der Kirche, ihrer Beziehungen zu den anderen christlichen Kirchen und zu den Religionen und ihres Verhältnisses zur "Welt von heute" verpflichtet. Die HK war von Anfang an eine von Laien getragene Zeitschrift und ist das bis heute geblieben. Sie versucht, ihren Beitrag zum innerkirchlichen Dialog wie zum Gespräch zwischen Kirche und Gesellschaft in erster Linie durch kompetente und differenzierte Analysen zu leisten, hält aber mit ihrer Meinung zu kirchlichen wie gesellschaftlichen Streitfragen nicht hinter dem Berg.

Jüngere Entwicklungen

Früh schon war die Herder Korrespondenz auch im Internet präsent. Seit dem Jahr 2002 gibt es eine eigene Homepage, seit dem Jahr 2006 hat die Herder Korrespondenz „e-Dossiers“ mit Themenpakten aus HK-Artikeln zu aktuellen Themen angeboten und seit 2009 gibt es ein Online-Archiv mit fast allen Texten seit dem Jahr 2000. Im Übrigen veröffentlicht die Herder Korrespondenz seit 2005 mit den „Herder Korrespondenz Spezial“ auch Themenhefte zu theologischen und kirchlichen Fragestellungen, die dann jeweils aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt und diskutiert werden.

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